Das Zeichen des Phönix

Pip Ballantine & Tee Morris
Das Zeichen des Phönix
Books & Braun 1

(sfbentry)
Phoenix Rising, USA, 2011
Egmont-LYX, Köln, 06/2012
PB mit Klappbroschur
Steampunk
ISBN 978-3-8025-8643-9
Aus dem Amerikanischen von Michaela Link Titelgestaltung von Birgit Gitschier,
Augsburg unter Verwendung eines Motivs von Carolin Liepins, München

www.egmont-lyx.de
www.pjballantine.com
http://teemorris.com

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Wellington Thornhill Books (Archivar der Krone) und Eliza „Liza“ D. Braun (Agentin der Krone, die aus Neuseeland stammt) haben ein erstes und direkt abenteuerliches und ‚explosives‘ Aufeinandertreffen. Agent Bruce Campbell (kommt aus Australien) maßregelt Liza nach ihrer Rückkehr wegen dieses Einsatzes und ihrer Eigenmächtigkeit und dass sie Wellington Books nicht exekutiert hat, da dieser im Verdacht stand, zum Verräter geworden zu sein. Liza Braun hat aber instinktiv gespürt, dass er kein Verräter ist und ihn aus einer verzwickten Lage befreit – recht explosiv.

Chef von Books und Braun ist Dr. Basil Sound, der Direktor des Ministeriums für eigenartige Vorkommnisse. Er versetzt Liza zur Strafe und als disziplinarische Maßnahme ins Archiv zu Wellington Books, der wenig begeistert darüber ist. Doch er hat die wilde und unkonventionelle Liza Braun auf unbestimmte Zeit am Hals. Somit sind die beiden wider Willen ein Team – im Archiv, über dessen Wichtigkeit beide differenzierter Ansicht sind: Wellington Books hält es für enorm wichtig, während es für Liza der langweiligste Ort schlechthin ist. Doch schon bald reizt es sie, als Books ihr eine Abteilung von ‚ungelösten Fällen‘ zeigt, genau diese mit Books zu lösen. Beginnend mit einem Fall, mit dem ihr ehemaliger Partner befasst war: In drei Fabriken verschwanden immer wieder Arbeiter. Die der einen tauchten als ausgeblutete Leichen wieder auf, bei denen der zweiten fehlten den Leichen die Knochen, und die der dritten Fabrik waren gehäutet worden. Lizas ehemaliger Partner Harrison Thorne wurde, während er dem Fall nachging, für verrückt erklärt und in eine Anstalt gebracht, der Fall als ungelöst niedergeschlagen.

Wellington Books gibt sich nach einigen Diskussionen geschlagen und beginnt mit Liza, den Fall neu aufzurollen. Die beiden stechen damit in ein Wespennest. Liza besucht Harrison in der Klinik und fragt sich, woher er das mysteriöse Amulett hat, das sie bei seinen ehemaligen Unterlagen fanden. Welche Bedeutung hat das Schmuckstück? Liza zieht Books immer mehr in ihren Bann, aber auch er ist ihr nicht völlig gleichgültig. Bei ihren Nachforschungen stoßen sie auf einen Arzt, Dr. Christopher Smith, dessen Praxis explodiert, als sie dort auftauchen und ihn sprechen wollen. Eine schwarzgekleidete Frau steigt just in dem Moment in eine Kutsche und fährt davon. Books und Braun nehmen in einer anderen Droschke die Verfolgung auf und geraten unter Beschuss. Die mysteriöse Frau kann schlussendlich in ihrem Gefährt entkommen. Bei den weiteren Recherchen stößt das Paar immer wieder auf ein Symbol: einen Phönix. Liza befreit Mary Grissom, die in Dr. Smiths Praxis gearbeitet hat, aus einer brenzligen Situation. Von ihr erfährt sie, dass Dr. Smith (der wohl zu der „Gesellschaft des Phönix“ gehörte) in seiner Klinik mysteriöse Versuche an Menschen betrieb.

Die Gesellschaft des Phönix, ist eine Geheimorganisation, die noch älter als die Freimaurer ist: ein recht dubioser Geheimbund, der die Macht in Großbritannien an sich bringen will. Selbst Ferdinand Magellan soll ein Mitglied gewesen sein. Books und Braun belauschen Mitglieder des Bundes in der Oper – u. a. Dr. Devereux Havelock und Signora Sophia del Morte, die sich als die schwarzgekleidete Frau entpuppt, die auch noch, wie sie mit anhören müssen, Lizas ehemaligen Partner in der Klinik ermordet hat. Dr. Havelock gilt als Pionier moderner Technik, ein Genie, aber auch ein Mann mit grenzwertigen politischen Ansichten. Dank einer List schleichen sich Books und Braun anstelle eines anderen Ehepaars in die Gesellschaft des Phönix‘ ein, erleben ein Wochenende der ‚besonderen Art‘ im Kreise der Bruderschaft und finden heraus, was sich tatsächlich hinter den Jagden, die dort durchgeführt werden, steckt.

So gestaltet sich der erste Fall des ungleichen Agenten-Paares bis zum Finale immer rasanter und aberwitziger. Der Nebenplot dreht sich um Peter Lawson, Herzog von Sussex und Privatsekretär Ihrer Majestät, der sein eigenes Macht-Süppchen kochen und Agent Campbell auf seine Seite ziehen will. Dieser soll Dr. Sound und sein Ministerium stürzen. Ein weiterer Nebenstrang handelt von Sophia del Morte, die vom Hause Usher engagiert wurde, Wellington Books in die Gewalt des Hauses Usher zu bringen – doch Sophie kehrt ihren Auftraggebern den Rücken …

Books und Braun kämpfen auch beide mit ihrer Vergangenheit. Köstlich wie die kesse Liza Braun, sexy und im kugelsicheren Korsett, auf den steifen, konventionellen Books trifft. Ihre Dialoge lockern den seitenstarken Roman wunderbar auf. Die Steampunk-Elemente sind sehr fein eingewoben.

Hübsche Zahnrad-Motive an jedem Kapitelanfang lockern auch optisch auf. Das Lektorat hat einige Lapsus übersehen, z. B. dass es nicht Halfter sondern Holster heißen müsste, das Mr und Mrs ohne Punkt gesetzt werden, dass Dialoge nicht „geschäumt“ werden …

Das trübt aber den Lesegenuss nicht. So mancher dieser Fehler führt sogar zur unfreiwilligen Komik, wenn z. B. die mysteriöse Kutsche höchstpersönlich Unschuldige tötet. So ist dieser Auftaktband ein wunderbar unterhaltsamer Opener einer hoffentlich dieses Mal stringent weitergeführten Reihe/Serie aus dem Hause LYX. Nach Band 1 möchte man jedenfalls unbedingt mehr von dem ungleichen Agenten-Duo lesen.  Unterhaltsamer Steampunk-Roman mit einem herrlich erfrischenden Agenten-Paar, eingebettet in die Welt des Viktorianischen Zeitalters. Absolut empfehlenswert!

Copyright © 2013 by Alisha Bionda (AB)

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