Vom Glück und den Tagen dazwischen

Emmi hat die Männer satt. Mit Ende dreißig beschließt sie die Suche nach dem Richtigen einfach einzustellen, denn alleine ist doch alles viel besser. Mit dieser Einstellung will sie fortan durchs Leben schreiten. So verzichtet sie auch auf die geplante Urlaubsreise mit lauter Singlereisenden. Und dennoch soll es für sie einen abwechslungsreichen Sommer geben, denn völlig unerwartet stirbt der Mann ihrer Vermieterin und es ergibt sich, dass Lore (die Vermieterin) eine Reise in die Normandie antritt. Zu dieser Reise begleiten sie neben zwei Freundinnen auch Emmi und eine weitere Hausbewohnerin.

Shutter Man – Der Tod kennt dein Gesicht

In Philadelphia geht ein Mörder-Duo um, das seinen Opfern die Gesichtshaut entfernt. Die Spur führt Ermittler Byrne in ein von der Zeit vergessenes Stadtviertel, in dem ein krimineller Clan herrscht, den der Polizist schon in seiner Jugend kennen- und fürchten lernen musste … – Der neunte Band der Balzano/Byrne-Serie bietet mehr Rauch als Feuer: Ein zwar solider, aber nicht raffinierter Plot soll künstlich durch allerlei mythisches Gewese aufgewertet werden. Das funktioniert nicht, sondern schadet einem ansonsten plausiblen, handwerklich sauber erzählten Polizei-Krimi und Psycho-Thriller.

Der schwarze Pfad

Eine Schriftstellerin, ihr Sohn und ein Geheimdienst-Offizier wollen eine junge Frau retten, die nicht nur von Satanisten entführt werden soll, sondern in den Nachtstunden vom Teufel besessen ist. Quer durch Frankreich bis in die englische Provinz führt die Jagd, an deren Ziel Satan schon ungeduldig mit dem Huf scharrt … – Ebenso klassisch wie trashig rührt Autor Wheatley spannend an, was die Populärkultur in Sachen Schwarzer Magie hergibt. Nicht grundlos (aber grausig schlecht) wurde dieses Garn verfilmt, denn es bietet Action, Archetypen und (sacht anrüchigen) Horror.

Die Mumie

Nachdem ihre verbotene Liebe vor drei Jahrtausenden ein grausames Ende fand, versucht Frevel-Priester Imhotep in der Gegenwart (des Jahres 1932) ‚seine‘ Königin Ankhesenamen zu neuem Leben zu erwecken. Der vorgesehene Körper gehört der jungen Helen, weshalb ein magisches Tauziehen zwischen Imhotep, Helen und ihren Verehrer, dem Archäologen Frank, beginnt … – Sehr spät entstand dieser Roman zum Horrorfilm-Klassiker von 1932 (Titelrolle: Boris Karloff). Recht stimmungsvoll wird primär eine Liebesgeschichte erzählt, deren Horror-Elemente vor allem aus heutiger Sicht dezent wirken.

Ein kalter Ort zum Sterben

Das schottische Edinburgh droht zum Schauplatz eines Unterweltkriegs zu werden. Der pensionierte Polizist Rebus mischt sich wie üblich fintenreich ein, während er außerdem in einem nie geklärten Uralt-Mord in Prominenten-Kreisen ermittelt und dabei ebenfalls für Unruhe sorgt … – John Rebus ist in seinem 21. Fall aktiver denn je, auch wenn ihn Gesundheitsprobleme plagen. Das Talent des Verfassers vertuscht, dass ein solcher Grad von Pensionärs-Präsenz kaum realistisch ist; hinzu kommt eine spannende, mehrschichtige Krimi-Story und nicht aufdringliche Figuren: Die Reihe bleibt lesenswert!

Der sechste Mond

Schwierigkeiten in einer Schürf-Kolonie auf dem Saturnmond Titan rufen Erd-Colonel Benedict auf den Plan. Begleitet von Sohn Tuck bemüht er sich, zwei verfeindete Kolonisten-Gruppen zu befrieden. Während der Colonel erfolglos bleibt, freundet sich Tuck mit einem Einheimischen an. Gemeinsam decken sie das gefährliche Geheimnis der Kolonie auf … – Science-Fiction-Abenteuerroman, der (damals) aktuelles astronomisches Wissen mit einer ‚lehrreichen‘ Handlung verknüpfte, wobei Autor Nourse nicht so plump vorging wie andere SF-Kollegen: kein Klassiker, höchstens nostalgisch angestaubte Unterhaltung.

Schwere Knochen

Im viergeteilten Wien kämpft sich ab 1945 die „Erdberger Spedition“, eine verschworene Gruppe Kleinkrimineller, mit allen Mitteln an die Spitze der Unterwelt durch. Dem Aufstieg folgt ein rasanter Niedergang, der das Milieu erschüttert und in einem spektakulären Gewaltausbruch gipfelt … – Zwar wird „Schwere Knochen“ als Kriminalroman beworben, doch eigentlich ist dies das Psychogramm einer österreichischen Gesellschaft, die von Spekulanten und Mitläufern geprägt ist: ein vor allem am Anfang unwiderstehlicher, später abschweifender und Längen aufweisender, aber dank des knochentrockenen, die oft brutalen Ereignisse ebenso konterkarierenden wie unterstreichenden Tenors überaus lesenswerter Roman.

Der Atem einer anderen Welt

Neben der irdischen Realität existieren ‚Traumwelten‘, die den Naturgesetzen enthoben sind. Viele Kinder reisen dorthin, manche kehren unfreiwillig in die Wirklichkeit zurück und werden in einem besonderen Internat betreut. Als dort ein Mord geschieht, machen sich einige Insassen als Ermittler in das Traumland des Opfers auf … – „Der Atem …“ sammelt drei Kurzromane, von denen nur der erste überzeugen kann. Teil 2 ist vor allem Wiederholung des Bekannten, Teil 3 verzettelt sich in einer zunehmend die logische Bodenhaftung verlierenden, nur behaupteten Exotik.

Reise in die Unterwelt

Cugel der Schlaue nimmt an der Suche nach einem verschollenen Magier teil. Wie üblich ist er in erster Linie um das eigene Wohl besorgt und haut Freunde wie Feinde kräftig übers Ohr, wobei seine Pläne letztlich stets scheitern und Cugel kaum sein Leben retten kann … – Die Neubelebung des von Jack Vance geschaffenen Anti-Helden Cugel bietet abermals bunte, mit sarkastischen Seitenhieben nicht sparende Abenteuer-Fantasy, kann trotz schräger Einfälle nicht mit dem ‚Original‘ mithalten, ist aber dennoch unterhaltsam und amüsant.

Komet – Der Einschlag

Als sich der Komet Hamner-Brown der Erde nähert, wird dies zunächst als Medienereignis und Neustart für die Raumfahrt gefeiert. Doch der ‚Gast‘ aus dem Kosmos trifft den Planeten und löscht den Großteil der Menschheit aus. In den Ruinen müssen Menschen entscheiden, wie weit sie gehen wollen, um zu überleben … – Auf den Spuren des klassischen Katastrophenromans beginnt die Handlung vor dem Einschlag. Viele Personen werden uns vorgestellt; sie stehen stellvertretend für „die [US-] Menschheit“ vor dem Untergang. Ausführlich und (viel zu) langsam beginnt das Drama, nimmt nach dem „Hammerfall“ Tempo auf, um nach der Katastrophe in „Mad-Max“-Drastik und Redseligkeit zu verebben: Lesefutter mit sämtlichen Klischees des Genres und eigentlich die Idealvorlage für eine TV-Serie.