Atlantik

Der Fluch des Hauses Foskett

Im London des Jahres 1882 soll Privatermittler Grice die finanziell miteinander verbandelten Mitglieder eines Vereins voreinander beschützen. Trotzdem kommen sie rasch nacheinander sowie grässlich zu Tode, was seinem Ruf arg abträglich ist … – Auch im zweiten Band der „Gower-Street-Detective“-Serie versucht Autor Kasasian nicht zu verbergen, dass es sich hier um einen weiteren Historienkrimi im Sherlock-Holmes-Stil handelt; Dr. Watson ist hier eine (selbstbewusste) Frau, das viktorianische London ein Pfuhl alltäglicher Ungerechtigkeit, und Splatter-Effekte sind keineswegs verpönt: ordentliches Lesefutter.

Der Wachsblumenstrauß

Der reiche Mr. Abernethie starb nicht nur sehr plötzlich, sondern auch gerade rechtzeitig, denn seine sechs Erben befanden sich in großen Geldnöten; eine Kombination, die erst dem Familienanwalt und dann Hercule Poirot verdächtig scheint … – In seinem 29. Fall ermittelt Hercule Poirot abermals im Kreise kaum trauernder, sondern verdächtiger Familienangehöriger, was die Autorin ungemein spannend und unter Legung ebenso eindeutiger wie falscher Fährten über die kriminelle Bühne bringt: In ihrem 44. Kriminalroman zeigt sich Agatha Christie als ebenso routinierte wie einfallsreiche Meisterin des Genres.

Die Farben des Lebens

Kim hat nach dem Tod der geliebten Großmutter keine Verwandten mehr. Nur ihr Verlobter Clovis ist stets an ihrer Seite. Dennoch wird Kim mit dem unerwarteten Tod der Katze (Spitzname der Großmutter) nicht fertig. In gewisser Weise stellt sich ihr die Frage nach dem Sinn des Lebens und das speziell bezogen auf das Älterwerden und das Alter an sich. So entschließt sich Kim dem Leben auf der kleinen bretonischen Insel Groix für einige Zeit zu entfliehen. An der Cote D’Azur wird sie Gilonne betreuen, eine ältere, vermögende Dame.

Das unvollendete Bildnis

Vor 16 Jahren starb ihre Mutter als verurteilte Gattenmörderin. War Caroline Crale womöglich unschuldig? Auf Bitte der Tochter rollt Detektiv Poirot den Fall neu auf. Obwohl sich die Zeugen von einst drastisch widersprechen, kann er das Geschehen rekonstruieren, was zu einem dramatischen Ergebnis führt … – Aus fünf scheinbar eindeutigen Zeugenaussagen destilliert Privatermittler Hercule Poirot in seinem 23. Fall nachträglich völlig logisch eine Wahrheit, die mit einem gelungenen Täuschungs-Twist präsentiert wird: Agatha Christie legt einen weiteren Höhepunkt ihrer Serie vor.

Das Geheimnis der Goldmine

Erst stirbt – die Jackentasche voller Roggenkörner – der Hausherr, dann folgen ihm ebenfalls mordbedingt die Gattin und ein Hausmädchen, das wohl zu viel wusste. Jedes überlebende Familienmitglied ist verdächtig, weshalb Inspector Neele heilfroh ist, als ihm eine kluge Frau namens Jane Marple ihre Hilfe anbietet … – Der sechste Miss-Marple-Roman ist ein gelungener, in jeder Hinsicht „klassischer“ englischer Kriminalroman, der routiniert bis kunstvoll Spannung mit sanfter Ironie mischt, wobei die Autorin bis ins Finale die Nase vorn behält und gekonnt überraschen kann.

Ein Mord wird angekündigt

Ein Mord wird angekündigt und tatsächlich begangen. Der Täter muss sich unter den Zeugen befinden, doch die sind so unverdächtig, dass ihnen eine listige Privat-Ermittlerin auf die Schliche kommen muss … – Der vierte Miss-Marple-Roman bietet einen ebenso bizarren wie spannenden Mordfall, der auf klassisch englische Krimi-Art gemächlich, gründlich und unterhaltsam aufgeklärt wird. In die typische Betulichkeit mischen sich ironische Spitzen, die allzu offensive Realitätsferne unaufdringlich abfedern.

Die Tote in der Bibliothek

In der Bibliothek eines entsetzten Ehrenmanns findet man die Leiche einer jungen Frau. Obwohl gleich drei Ermittler den Fall höchst professionell untersuchen, löst erst eine ältere Dame mit Blick für das Wesentliche das Mordrätsel … – Agatha Christie verschmilzt in ihrem zweiten Miss-Marple-Krimi Talent und Routine zu einem Klassiker des Genres, der sein Publikum mit Spannung und (leicht ironischen) Witz scheinbar spielerisch aber jederzeit kontrolliert unterhält.

Tragödie in drei Akten

Der scheinbar zufällige Tod eines Geistlichen erweist sich als Glied einer komplex verschlungenen Kette krimineller Taten, mit der einer alten Tragödie mörderisch neues Leben eingehaucht wird … – Im 16. Roman um den Privatermittler Hercule Poirot zeigt sich Agatha Christie auf der Höhe ihrer Krimi-Kunst: Plot, Story und Figurenzeichnung wirken nicht altmodisch, sondern zeitlos.

Der offene Sarg

Als ein Mord nicht nur angekündigt, sondern auch unter seinen Augen begangen wird, fühlt sich Detektiv Hercule Poirot herausgefordert; der Täter ist allerdings kaltblütig und schlau genug, sich auf dieses Spiel einzulassen, weshalb Poirots kleine grauen Zellen mehr Zeit als üblich benötigen, um das Rätsel zu lösen … – Zum zweiten Mal verfasst Sophie Hannah einen ‚neuen‘ Poirot-Roman „nach Agatha Christie“. Sie schlägt sich besser als beim ersten Mal, konfrontiert ihre Leser aber trotzdem mit einen in die Länge gezogenen Mittelteil und einem nur teilweise plausibel aufgelösten Mord-Mysterium: mehr von der Werbung herbeigetrommelter Bestseller, der das Vorbild selten erreicht.

Das Haus an der Düne

Als unter seinen Augen ein Mordanschlag verübt wird, fühlt sich Meisterdetektiv Hercule Poirot herausgefordert. Mit seinem treuen Gefährten Hastings lädt er sich selbst in das Haus an der Düne ein, welches von einer fidelen Gesellschaft bewohnt wird. Darunter befindet sich ein kaltblütiger Mörder, der sein Glück erneut versuchen wird … – Der Wettlauf mit dem genretypisch gut getarnten Übeltäter ist klassisch spannend, wird aber von den penetranten Possen des eingebildeten Poirot künstlich dramatisiert: ein ‚nur‘ mittelmäßiger Krimi der englischen „Queen of Crime“.