Bastei-Lübbe

Shutter Man – Der Tod kennt dein Gesicht

In Philadelphia geht ein Mörder-Duo um, das seinen Opfern die Gesichtshaut entfernt. Die Spur führt Ermittler Byrne in ein von der Zeit vergessenes Stadtviertel, in dem ein krimineller Clan herrscht, den der Polizist schon in seiner Jugend kennen- und fürchten lernen musste … – Der neunte Band der Balzano/Byrne-Serie bietet mehr Rauch als Feuer: Ein zwar solider, aber nicht raffinierter Plot soll künstlich durch allerlei mythisches Gewese aufgewertet werden. Das funktioniert nicht, sondern schadet einem ansonsten plausiblen, handwerklich sauber erzählten Polizei-Krimi und Psycho-Thriller.

Der schwarze Pfad

Eine Schriftstellerin, ihr Sohn und ein Geheimdienst-Offizier wollen eine junge Frau retten, die nicht nur von Satanisten entführt werden soll, sondern in den Nachtstunden vom Teufel besessen ist. Quer durch Frankreich bis in die englische Provinz führt die Jagd, an deren Ziel Satan schon ungeduldig mit dem Huf scharrt … – Ebenso klassisch wie trashig rührt Autor Wheatley spannend an, was die Populärkultur in Sachen Schwarzer Magie hergibt. Nicht grundlos (aber grausig schlecht) wurde dieses Garn verfilmt, denn es bietet Action, Archetypen und (sacht anrüchigen) Horror.

Eine Leiche zum Advent

Seit jeher werden zur Weihnachtszeit spannende und gruselige Geschichten erzählt bzw. heutzutage lieber gelesen. Herausgeber Otto Penzler präsentiert 49 Storys aus anderthalb Jahrhunderten. Einiges ist hoffnungslos veraltet, vieles sorgt noch heute für Vergnügen, und manches ist zeitlos genial. „Eine Leiche zum Advent“ bietet für jeden Leser Krimi- und Gruselspaß, der keineswegs auf die Weihnachtszeit beschränkt bleiben muss: eine vorzügliche, zudem fest gebundene und dennoch kostengünstige Sammlung.

Starship – Verloren im Weltraum

Seit Äonen fliegt ein Generationsraumschiff durchs Weltall. Das Ziel ist längst vergessen, die Besatzung in primitive Stämme zerfallen, deren Mitglieder einander bekämpfen. Um dem dumpfen Stillstand zu beenden, begibt sich eine kleine Gruppe auf die gefährliche Suche nach dem legendären „Kapitän“ … – Das Ringen um die eigene Geschichte bzw. Identität im Rahmen einer Weltraumfahrt wird intensiv, d. h. abenteuerlich und düster zugleich dargestellt. Schon in diesem Frühwerk erweist sich Brian W. Aldiss als Meister der Science Fiction, deren Hightech er durch klug erdachte soziale Extrapolationen ergänzt: Im Mittelpunkt steht der Mensch, für den Zukunft hier keineswegs Fortschritt bedeutet.

Die Bewegung

Der junge Bewohner eines ‚besessenen‘ Hauses wird einerseits von spukhaften Erscheinungen verfolgt, während er andererseits in eine Art Traumwelt abdriftet, die ihn psychisch stark zu seinem Nachteil verändert bzw. manipuliert … – Spannender, durch diverse Gewaltszenen manchmal verstörender Roman, der Realität und Phantastik überzeugend miteinander verknüpft und gekonnt eine düstere Atmosphäre erzeugt.

Blumen für sein Grab

In der englischen Provinz treibt ein Serienmörder sein Unwesen. Die kriminalistisch dilettierende Freundin der Gattin des letzten Opfers quartiert sich in deren Landhaus ein, um dort nach Hinweisen fahnden, was ihrem Lebensgefährten, einem leibhaftigen Kriminalpolizisten, gar nicht gefällt, so dass er sich selbst an den Ort des Geschehens begibt. Folgerichtig wird unser Mörder bald nervös und fühlt sich zu neuerlichen Untaten hingerissen … – Siebter Band einer Serie, deren Potenzial faktisch erschöpft ist. Ein hanebüchener Plot will erfolglos unter unzähligen falschen Spuren verborgen werden. Gefühlsduselige Endlos-Diskussionen drehen sich im Kreis. Das Ergebnis: Herzschmerz mit sanften Spannungselementen; Fortsetzung folgt.

Amputiert

Obdachlos und verzweifelt gerät Michael Fox in die Fänge eines skrupellosen ‚Arztes‘, der ihn im Verlauf wahnwitziger ‚medizinischer‘ Experimente buchstäblich in Stücke schneidet … – Die simple bzw. geradlinige und mit drastischen Effekten nicht sparende Story erinnert an den Trash-Horror-Papst Richard Laymon, ist aber vor allem stilistisch besser geraten: Splatter-Grusel mit gefühlvoll gedachten jedoch klischeestarken Zwischenspielen.

Das Gesetz des Bösen

In Greenbank, einer Gefängnisanstalt für Schwerverbrecher, gelingt einem besonders gefährlichen Insassen die Flucht. Während man ‚draußen‘ fahndet, wird ‚drinnen‘ ein Kinderschänder umgebracht – der Auftakt zu einer ganzen Serie von Morden, denen nicht nur Gefangene zum Opfer fallen: Der oder die Täter verschonen auch das Personal nicht … – Primär durch Grell-Action und bizarre Gewaltakte vorangetriebener Thriller, während die Logik sich in Deckung hält. Autor Wilson, einst selbst im Strafvollzug tätig und ein bekannter Kriminalist, überfrachtet seinem Debütroman, weshalb die Handlung ins Stolpern gerät ist: interessant, aber ansonsten gescheitert.

Messer, Gabel, Schere, Mord

Der Umbau eines Landhauses zum Nobel-Restaurant sorgt für Aufruhr unter den wenig begeisterten Nachbarn. Am Tage der Neueröffnung wird eine Frau im Weinkeller erstochen. Inspektor Markby steht vor vielen Mordverdächtigen, die mehrheitlich zwar keine Mörder aber keineswegs unschuldig sind … – Zwar bietet Band 4 der „Markby-&-Mitchell“-Serie kaum Krimi-Spannung, will dies aber mit englischer Landhaus-Romantik nach Genre-Vorschrift wettmachen und trifft routiniert ins Herz eines entsprechend gepolten Publikums: Lesen oder Schlafen – der Unterschied ist marginal.