Blanvalet

Die Anatomie des Teufels

In Barcelona geht 1888 ein Serienmörder um. der seine Opfer rätselhaft verstümmelt. Die Polizei ist nicht nur unfähig, sondern auch korrupt, weshalb sich ein junger Gelehrter, ein abgebrühter Journalist und ein Medizinstudent zusammentun, um den Täter zu stellen, der jedoch gut in Barcelonas Oberschicht vernetzt ist … – Aus bewährten Versatzstücken stellt Autor Llobregat geschickt einen Thriller zusammen, der Historie, Krimi und Horror effektvoll und spannend mischt: gutes Lesefutter, das selten überrascht, aber durchgängig unterhält.

Der faule Henker

Ein wahnsinniger Illusionskünstler steigert den Thrill seiner Vorstellungen, indem er ahnungslose ‚Assistenten‘ im Rahmen kunstvoller Zaubertricks ums Leben bringt. Immer neue Verkleidungen und Identitäten täuschen zunächst sogar den genialen Kriminalisten Lincoln Rhyme und seine Assistentin Amelia Sachs davontragen … – Der fünfte Thriller der Rhyme/Sachs-Serie präsentiert primär Routine; die absurde Story schildert einen realitätsfernen Zweikampf zwischen unkonventionellen Über-Ermittlern und ihrem dämonischen Gegner. Da der Verfasser sein Handwerk versteht und mit allen Tricks arbeitet, kann die Lektüre weiterhin fesseln.

Der talentierte Mörder

Ein handwerklich begabter Serienkiller manipuliert simple Alltagsgeräte, die sich in Mordinstrumente verwandeln. Das Ermittler-Duo Lincoln Rhyme und Amelia Sachs jagt einen Täter, der aus der Ferne morden kann, aber auch gern ganz altmodisch zu Hammer und Säge greift … – Der zwölfte Band der Rhyme/Sachs-Serie bietet autorentypisch einen verwickelten bzw. mehrzügigen Plot, der unrealistisch aber spannend zu einem Fall zusammenfließt: Ungeachtet der eingeschliffenen Serienmechanik ist Deaver als Erzähler handwerklich ebenso erfolgreich wie sein Mörder.

Lautloses Duell

Als ein genialer Hacker zum Serienkiller mutiert, aktiviert die Polizei dessen ehemaligen Kampfgefährten, der nun im Gefängnis sitzt und reuevoll die Chance auf vorzeitige Entlassung nutzt, was wiederum den erwähnten Ex in Rachewut versetzt … – Computer-Thriller aus der (relativen) Frühzeit des Subgenres, der aufgrund klassischer Spannungselemente die Altertümlichkeit der beschriebenen Digital-Wunder verzeihen lässt und trotz ausgeprägter Figurenklischees gute Unterhaltung bietet.

Bones – Die Knochenjägerin: Tief begraben

Ein publicitysüchtiger Serienmörder und ein brutaler Mafia-Clan bieten dem ungleichen Ermittler-Paar Booth & Bones (FBI-Agent und Anthropologin) viele Gelegenheiten zu scharfsinnigen Schlüssen und scheinwitzigen Kabbeleien; dass dieser Roman zur TV-Serie unterhält, verdankt er der Autorenschaft eines guten Schriftstellers, der einmal mehr sich und sein Talent für (hoffentlich) gutes Geld prostituiert, statt eigenständige Werke zu verfassen.

Letzter Tanz

Ein genialer Killer räumt Zeugen aus dem Weg, die einen kriminellen Geschäftsmann belasten könnten. Die ratlose Polizei heuert den fast vollständig gelähmten aber detektivisch weiterhin erfolgreichen Lincoln Rhyme an, der sich mit dem Killer ein erbittertes Duell liefert … – Der zweite Lincoln-Rhyme-Thriller kann auf den Überraschungseffekt des ersten – dieser Detektiv ist wahrlich gehandicapt! – nicht mehr zählen, unterhält aber durch einen soliden Plot, überraschende Wendungen und interessante Figuren: Thriller-Unterhaltung auf hohem handwerklichen Niveau!

Sniper

Ein scheinbarer Massenmord durch einen übergeschnappten Ex-Scharfschützen entpuppt sich als raffiniert eingefädelte Verschwörung, die zu entwirren es wieder einmal der unkonventionellen und selten legalen Methoden des ehemaligen Militärpolizisten Jack Reacher bedarf … – Ein klassischer „Whodunit?“ als moderner Action-Thriller: Die beiden scheinbar nicht kompatiblen Genres nahtlos miteinander zu einem ungemein spannenden und temporeichen Roman verschmolzen zu haben, ist ein neues Meisterstück des Verfassers; das neunte Reacher-Abenteuer belegt nachdrücklich, dass diese Reihe noch längst nicht ausgeschrieben ist!

The Fourth Monkey – Geboren, um zu töten

Seit fünf Jahren jagt Cop Sam Porter einen irren, aber natürlich genialen Serienkiller. Der hat gerade ein Mädchen entführt, als er vor einen Bus läuft. Aus den bei der Leiche entdeckten Indizien muss die Polizei die Spur zum Opfer rekonstruieren, das in einem rattenverseuchten Kerker schmachtet … – Ideenübersichtlicher, auf Tempo getrimmter, mit logikarmen ‚Überraschungen‘ (und Ekeleffekten) gespickter Routine-Thriller, der von der Werbung zum ‚Bestseller‘ gehypt werden soll.

Der Insektensammler

Während eines Aufenthalts in den US-Südstaaten wird der gelähmte Ermittler Lincoln Rhyme von der Polizei um Hilfe bei der Jagd auf einen Mehrfach-Mörder und Kidnapper gebeten; ausgerechnet Rhymes Assistentin glaubt an die Unschuld des Verdächtigen und schlägt sich auf seine Seite … Im dritten Band der Rhyme/Sachs-Serie zieht Autor Deaver abermals sämtliche Spannungsregister, während die Glaubwürdigkeit allmählich auf der Strecke bleibt: Lesenswert, doch die Machart schimmert allmählich deutlich durch.

Der Todesmeister

Viktor von Puppe wechselt vom Innenministerium zum LKA Berlin. Das geschieht nicht ganz uneigennützig, was sich der Leser auch gleich zu Beginn denken kann, da Viktor beim LKA wesentlich schlechter bezahlt wird als zuvor. Also muss wohl ein anderer, sehr wichtiger Grund für seinen Wechsel vorliegen. Jedenfalls ist er mit Begeisterung dabei als kurz nach seinem Arbeitsbeginn eine erste Leiche auftaucht. Die junge Frau wurde übel zugerichtet und aus der Spree gefischt. Es handelt sich um die Nichte des Berliner Justizsenators.