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Die Falle

Linda Conrads lebt zurückgezogen in ihrem großen Haus am Starnberger See. Sie ist Autorin, Bestsellerautorin um genau zu sein, und finanziell geht es ihr blendend. Dennoch liegt ein Schatten auf ihrem Leben, denn seit Jahren hat sie ihr Haus nicht mehr verlassen. Sie sitzt sozusagen in einer Falle. Grund für dieses menschenscheue Verhalten ist ein Ereignis in der Vergangenheit, welches die 38-Jährige bis heute nicht verarbeitet hat. Linda hat vor vielen Jahren ihre jüngere Schwester tot und in einem Blutbad in deren Wohnung aufgefunden. Den vermeintlichen Täter sah sie fliehen, doch dieser konnte nicht gefasst werden. So pflegt Linda heute nur die allernötigsten Kontakte und diese kommen regelmäßig zu ihr. Sie selbst setzt keinen Schritt über die Schwelle, auch nicht für ihren geliebten Hund Bukowski.

Die Ehre des Scharfrichters

In 45 Jahren richtete Henker Frantz Schmidt (1554-1634) 394 Menschen hin. Über seinen Dienst führte er penibel ein Journal, das es ermöglicht, die frühneuzeitliche Alltagswelt, in welcher der Tod als selbstverständliche Strafe galt, besser zu verstehen … – Schmidts Äußerungen werden in ihren zeitgenössischen Rahmen gestellt und kommentiert, die Darstellung ist fachkundig und spannend zugleich: ein Sachbuch nicht für Gewalt-Voyeure, sondern für historisch interessierte Leser.

Im Herzen der See

Im Jahre 1820 versenkt ein Pottwal den Walfänger „Essex“. In offenen Beibooten versucht die Besatzung ohne Nahrung und Hilfsmittel zu überleben, was nur mit grausamen Mitteln gelingt … – Autor Philbrick geht über den eigentlichen Vorfall hinaus und schildert eine versunkene Epoche der Seefahrt: ein ausgezeichnet recherchiertes und spannend geschriebenes Sachbuch.

Kreidemädchen

Bizarre Morde in New York City erregen die Aufmerksamkeit der soziopathischen Polizistin Mallory; ihre Ermittlungen drohen ein Komplott aufzudecken, was gewissenlose High-Society-Prominente und korrupte Amtsträger unbedingt verhindern wollen … – Nach fünfjähriger Pause führt Autorin O’Connell die „Mallory“-Serie mit Band 10 fort; ihr gelang abermals ein brutaler aber spannender, mit überraschenden Wendungen und grotesken Details gespickter Thriller: empfehlenswert.

Madame Rosella und die Liebe

Tuna Kiremitci Madame Rosella und die Liebe (sfbentry) btb Verlag ISBN 978-3-442-74934-8 Roman Erscheinung 15.06.2015 Originaltitel: Dualar Kalıcıdır Originalverlag: Doğan Kitap Aus dem Türkischen von Annette Hanisch Umfang: 224 Seiten, Taschenbuch, Broschur www.randomhouse.de http://www.tunakiremitci.net Titel erhältlich bei Amazon.de Titel erhältlich bei Buch24.de Titel erhältlich bei Booklooker.de Titel erhältlich bei ebook.de Zum Autor: Tuna Kiremitçi wurde […]

Krakatau. Der Tag, an dem die Welt zerbrach

Einerseits Historie der indonesischen Inselwelt, andererseits Chronologie der größten verzeichneten Vulkan-Katastrophe aller Zeiten, vor allem aber der Beweis, dass Autor Winchester ein Meister des (historischen) Sachbuchs ist. Er präsentiert eine ausführliche Chronik samt Vorgeschichte und Nachklang, bleibt präzise und ins Detail verliebt, ohne sich kuriose Anekdoten und biografische Einschübe zu verkneifen: ein faszinierender Rückblick auf ein buchstäblich bemerkenswertes Ereignis.

Hexenhammer

Ein uralter Zauberbuch ist der Wegweiser zu einem gewaltigen Schatz, den sich eine Sekte irrer Hexenjäger aneignen will, um die Weltmacht zu übernehmen; eine tapfere Frau und ihre Mitstreiter stellen sich den Munkelbolden in den Weg … – Inhaltlich absolut aus dem Ruder gelaufenes, vor Peinlich- und Lächerlichkeiten strotzendes Machwerk, das wahlweise zum Lachen, zum Weinen oder zum Fremdschämen einlädt.

Wer die Wahrheit kennt

Anno 1772 verbreitet in London eine Bande schwarzhäutiger Räuber Angst und Schrecken. Der blinde Richter Fielding nimmt eine Spur auf, die ihn in nur scheinbar ehrenhafte Häuser führt … – Der siebte Historienthriller um Richter Fielding und seinen Watson Jeremy Proctor wandelt auf ausgefahrenen Pfaden und besticht weder durch seinen Plot oder dessen lahme Entwicklung. Interessant ist die farbenfrohe Kulisse des frühneuzeitlichen London: kein Muss aber angenehm lesbar.

Von unbekannter Hand

1770 terrorisiert ein Serienkiller London und stellt die noch junge Polizeibehörde auf eine harte Probe … – Der vierte Band der Serie um den blinden aber ermittlungsstarken Richter John Fielding erweist sich als Kopie der realen Jack-the-Ripper-Morde, die der Verfasser um ein Jahrhundert vorverlegt; das niemals verhohlene ‚Plagiat‘ ist Plot einer oberflächlich recherchierten aber lebendig inszenierten Vergangenheit: ein seltsames Buch!