Diogenes

Das Haus der geheimnisvollen Uhren

Waisenkind Lewis wird von seinem Onkel Jonathan aufgenommen, der sich als Magier entpuppt, in dessen Haus eine Zauberuhr versteckt ist, die den Weltuntergang einzuläuten droht. Als Lewis versehentlich eine Hexe weckt, wird diese Drohung akut … – Dieser moderne Klassiker der Jugendliteratur verbreitet Mystery-Spannung, ohne in Kinder-Kitsch-Klischees zu versinken, und bereitet auch erwachsenen Lesern Freude; lange vom Buchmarkt verschwunden, sorgt die Verfilmung für eine Neuausgabe: erfreulich!

Horror. Klassische und moderne Gruselgeschichten von Charles Dickens bis Ernest Hemingway

22 kurze und längere Geschichten erzählen von einem Schrecken, der nicht immer übernatürlich ist, sondern im Menschenhirn geboren wird, wo er sich monströs entwickelt und für einen realen Horror verantwortlich ist, vor dem jedes Gespenst kapitulieren muss. Die Herausgeberin gibt sich streng literarisch, liegt dabei keineswegs immer richtig, legt aber insgesamt eine Sammlung vor, die ihre Wirkung nicht verloren hat, obwohl (oder gerade weil) manche Story inzwischen nostalgisch tüchtig angestaubt = veredelt ist.

Das Leben wartet nicht

Ninetto hat keine unbeschwerte Kindheit. Als Junge, in Sizilien geboren, lernt er früh, was es heißt Hunger zu haben. Und doch liebt er das Leben und vermag ihm schöne Seiten abzugewinnen. Für Ninetto sind das vor allem die Schule und sein Lehrer Vincenzo. Leider meint es das Schicksal jedoch nicht gut mit Ninettos Familie. Seine Mutter erleidet einen Schlaganfall, der Vater gibt sie in ein Heim. Ninetto muss die Schule verlassen, den Vater unterstützen und im Alter von neun Jahren verlässt er auf dessen Anraten Sizilien und macht sich auf nach Mailand,…

Der Krieg der Welten

Vom Mars kommen intelligente aber skrupellose Wesen auf die Erde, um sich hier eine neue Heimat zu schaffen. Die menschliche Zivilisation wird ausgelöscht, die hilflose Bevölkerung wie Nutzvieh gehalten. Der Untergang steht bevor, als sich die Natur einmischt … – Klassischer SF-Roman aus dem Jahre 1898, spannend verfasst von einem Vollblutschriftsteller, der die Handlung mit vielen philosophischen Fragen anreichert, was indes den Erzählablauf nie stört: ein zeitloses Meisterwerk, das mehr als ein Jahrhundert nach der Entstehung sein Publikum mit Leichtigkeit findet und auch zukünftig finden wird.

Die Zeitmaschine

Ein Zeitreisender gerät in eine ferne Zukunft, in der die Menschen das Paradies auf Erden geschaffen zu haben scheinen. Doch buchstäblich unter der Oberfläche lauert die hässliche Wahrheit … – Einer DER Klassiker der Science-Fiction-Literatur und bereits als solcher über Kritik eigentlich erhaben; allerdings ist dieser Kurzroman tatsächlich zeitlos spannend und immer noch eine Lektüre wert!

Lebensgeister

Ein sehr schöner und auch kurzweiliger Roman über den Verlust eines Menschen und der neuen Zeitwahrnehmung danach. Die Gedanken, die Rätsel um Leben und Tod, der Sinn des Lebens und vieles mehr werden bewusster, wenn man ungewollt auf einen geliebten Menschen verzichten muss und alles Sonstige im Leben unwichtig wird. Banana Yoshimoto beschreibt Sayokos Weg sehr aufmerksam und teifgründig, fast poetisch. Man kann ihre Gefühle sehr gut nachvollziehen und empfindet selbst die Leere, die Yoichi hinterlässt, aber auch den Mut, das Leben neu zu gestalten. Mit der Hilfe von einigen wichtigen Begegnungen und Freunden lässt sich diese Aufgabe meistern und gibt Ausblick auf eine neues, zwar anderes aber vielleicht auch bewussteres Leben.

Little Caesar

Im Chicago des Jahres 1929 macht Nachwuchs-Gangster Rico eine steile Karriere, bis ihn sein Ehrgeiz und seine egoistische Skrupellosigkeit zu Fall bringen … – Die Romanvorlage zum Filmklassiker von 1931 bietet einen nicht nur spannenden, sondern auch psychologisch klaren Blick hinter die Kulissen der Gangsterwelt der Al Capones dieser Ära; die Sprache ist einfach und direkt, die Handlung fesselnd: „Little Caesar“ ist eines jener Werke, die der Krimi-Freund gelesen haben sollte.

Spuk in Hill House

Ein Forscher will das Rätsel des Hill House-Anwesens lüften, in dem es umgeht. Mit zwei parapsychisch begabten Begleitern zieht er ein. Unter ihnen: eine seelisch gestörte junge Frau, die sich als idealer Katalysator für das Grauen des Hauses erweist und einen wahren Totentanz des Schreckens entfesselt … – Ein Klassiker des phantastischen Genres und einer der besten Romane um Spuk und Besessenheit. Die Autorin entwirft mit infamem Geschick eine Atmosphäre der Unsicherheit: Spukt es wirklich in Hill House, oder wird das Unheimliche ‚importiert‘? Auch sprachlich weit über dem üblichen Geisterschmarrn.

Shutter Island

Aus einer abgeschiedenen Anstalt für wahnsinnige Straftäter ist eine Patientin verschwunden. Zwei US-Marshalls ermitteln vor Ort und kommen geheimen Menschenversuchen auf die Spur. Die Verantwortlichen bemühen sich daraufhin, die unerwünschten Zeugen auszuschalten … – Spannender Psycho-Thriller, in dem nichts und niemand ist, wie es und wer er scheint. Die Auflösung ist der Vorgeschichte wie so oft nicht gewachsen, was jedoch das Vergnügen an diesem gut erzählten Garn nur geringfügig schmälert.

Die Farben der Hoffnung

Die Autorin Lavanya Sankaran entführt uns mit ihrem Roman „Die Farben der Hoffnung“ in ihr Heimatland Indien. Dort treffen wir auf die Familie von Anand K. Murthy. Er ist Besitzer einer Autozuliefererfirma und steht kurz davor ein großes internationales Geschäft abzuschließen. Hierfür aber muss er die Firma vergrößern. Weil das auf dem eigenen Firmengelände nicht möglich ist, sucht er Bauland. Doch das ist in Bangalore gar nicht so einfach zu finden. Anand versucht jedoch sein Glück und gerät dabei in große Schwierigkeiten. Nicht ganz unbeteiligt daran ist sein Schwiegervater der, ganz anders als Anand selbst, gerne bereit ist im politischen und korrupten Gerangel des Landes mitzumischen.