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Rückkehr ins Haus Usher

Ausgerechnet die Nachfahren des im Wahnsinn geendeten Roderick Usher führen ein übel beleumundetes Sanatorium, das ins Visier gieriger Finanzhaie gerät, wie der Amateur-Detektiv John Poe herausfindet, ohne den neuerlichen Untergang des Hauses Usher verhindern zu können … – Ein marginal talentierter Neu-Autor nutzt seine (entfernte) Verwandtschaft zum berühmten Schriftsteller Edgar Allan Poe, um sich an dessen Werk zu vergreifen: zumindest aufgrund der Dreistigkeit des Versuchs und seines Scheiterns interessantes (Mach-) Werk.

Der Schläfer in der Wüste

Howard Carter öffnet 1922 das Grab des Pharaos Tutenchamun, der tatsächlich ein Vampir mit außerirdischen Ahnen ist und nunmehr befreit sein Unwesen in der Gegenwart treiben kann … – Gelungene Mischung aus Fakten und Fiktion, die dem berüchtigten „Fluch der Pharaonen“ eine ungewöhnliche ‚Erklärung‘ gibt: spannend, gut umgesetzt und stimmungsvoll in die gewählte Epoche eingepasst.

Ein Sommernachtsmord

Mit Getreidediebstahl beginnt es, dann wird ein Polizist ermordet, und schließlich verschwindet ein Kind: In seinem zweiten Kriminalfall gerät der adlige Amateurdetektiv Sir Charles Sheridan erwartungsgemäß in Lebensgefahr sowie an seine spätere Gattin … – Spannungsflache Mischung aus Historienkrimi und Seifenoper, deren Verfasserin auf Atmosphäre und Stereotypen setzt: ideal stromlinienförmige und deshalb serientaugliche Unterhaltungsliteratur.

Lenin und andere Leichen

Publizistisch wirksam aufgehängt an der Geschichte von Lenins Mumie erzählt Verfasser Zbarski in erster Linie von seinem Leben in einem Land des absurden Grauens, genannt „Sowjetunion“ (1917-1991). Diese Erinnerungen sind interessanter als das nekrophile Stochern im marinierten Leichnam, geben sie doch trotz ständiger Themensprünge sowie zu vieler Informationen aus zweiter Hand vor allem im letzten Drittel unmittelbar Zeugnis von einem Alltag, den sich kein Science Fiction-Autor schlimmer hätte ausdenken können.

Im Tal der Sphinx

1895 gerät die Archäologin/Privatdetektiv Amelia Peabody in Ägypten erst auf die Spur eines maskenreichen und genialen Meisterdiebs, dann in ein Raub- und Mordkomplott und schließlich in eine gruselige Todesfalle aus uralter Zeit … – Mehr Märchen als Krimi und gespickt mit schmusigem Seifenoper-Kitsch, bietet dieser vierte Teil der Peabody-Serie Tagtraum-Lektüre für ein vorwiegend weibliches Publikum: nur als solche zu genießen und ansonsten vorsätzliche Leser-Verdummung.