Goldmann

Alle sind verdächtig

Mit einer Giftspritze wird Lola Fortescue umgebracht, als sie eine Freundin in England besuchen will. Der ermittelnde Beamte steht vor einer ganzen Gruppe potenzieller Verdächtiger, die selbstverständlich jegliche Mordbeteiligung abstreiten … – Weniger klassischer als schlicht alter Rätsel-Krimi, dessen Autor sich der bekannten Elemente bedient, ohne dadurch mehr als leidlich unterhalten zu können, weil seine Figuren blasse Archetypen bleiben; als Beleg für zeitgenössische Krimi-Kost freilich auch gerade deshalb durchaus unterhaltsam.

Falscher Zauber

Eine Gruppe berühmter Bühnenmagier wird vom Tod heimgesucht. Polizistin Mallory, ermittelt ein Rachemotiv, das tief in die Vergangenheit zurückführt. Der Täter muss einer der Illusionisten sein. Da diese zwar alt aber überaus fähig sind, täuschen sowohl Verdächtiger als auch potenzielle Opfer die Polizei mit immer neuen Zaubertricks, während die Leichen sich mehren … – Der fünfte der Mallory-Krimis verblüfft erneut mit Thriller-Härte und surrealen Zügen sowie mit unkonventionellen Figuren, kann aber nur bedingt an die grandiosen Vorgängerbände anschließen.

Das Souvenir des Mörders

John Rebus, eigensinniger Polizist aus dem verregneten Edinburgh, legt sich dieses Mal mit diversen Vorgesetzten, der Presse, einem schottischen Mafiapaten und gleich zwei psychopathischen Serienkillern an, wobei der eine den anderen jagt und töten will  – Der achte Rebus-Roman ist – der Originaltitel deutet es bereits an – ein besonders düsteres und trauriges Kapitel der Rebus-Saga. Mit sarkastischem Witz vermeidet der Verfasser indes jeglichen Trübsinn und spinnt ein spannendes, höchst komplexes, manchmal überkompliziertes Garn.

Totenlicht

Leonard, in dessen Oberstübchen bedenkliche Unordnung herrscht, ist bei der Untersuchung eines angeblichen Geisterhauses verschwunden. Auf Bitten der Mutter macht sich Cousin Paul in die Wildnis auf, um ihn zu suchen, stößt dabei jedoch auf Leonards Großvater, der nachweislich schon lange tot ist … – Gelungene Mischung aus Psychothriller und Horror; der Mensch bzw. sein Hirn bilden die Quelle des eigentlichen Schreckens, was erfreulich überzeugend in Szene gesetzt ist.

Lautloses Duell

Als ein genialer Hacker zum Serienkiller mutiert, aktiviert die Polizei dessen ehemaligen Kampfgefährten, der nun im Gefängnis sitzt und reuevoll die Chance auf vorzeitige Entlassung nutzt, was wiederum den erwähnten Ex in Rachewut versetzt … – Computer-Thriller aus der (relativen) Frühzeit des Subgenres, der aufgrund klassischer Spannungselemente die Altertümlichkeit der beschriebenen Digital-Wunder verzeihen lässt und trotz ausgeprägter Figurenklischees gute Unterhaltung bietet.

Letzter Tanz

Ein genialer Killer räumt Zeugen aus dem Weg, die einen kriminellen Geschäftsmann belasten könnten. Die ratlose Polizei heuert den fast vollständig gelähmten aber detektivisch weiterhin erfolgreichen Lincoln Rhyme an, der sich mit dem Killer ein erbittertes Duell liefert … – Der zweite Lincoln-Rhyme-Thriller kann auf den Überraschungseffekt des ersten – dieser Detektiv ist wahrlich gehandicapt! – nicht mehr zählen, unterhält aber durch einen soliden Plot, überraschende Wendungen und interessante Figuren: Thriller-Unterhaltung auf hohem handwerklichen Niveau!

Ein kalter Ort zum Sterben

Das schottische Edinburgh droht zum Schauplatz eines Unterweltkriegs zu werden. Der pensionierte Polizist Rebus mischt sich wie üblich fintenreich ein, während er außerdem in einem nie geklärten Uralt-Mord in Prominenten-Kreisen ermittelt und dabei ebenfalls für Unruhe sorgt … – John Rebus ist in seinem 21. Fall aktiver denn je, auch wenn ihn Gesundheitsprobleme plagen. Das Talent des Verfassers vertuscht, dass ein solcher Grad von Pensionärs-Präsenz kaum realistisch ist; hinzu kommt eine spannende, mehrschichtige Krimi-Story und nicht aufdringliche Figuren: Die Reihe bleibt lesenswert!

Der tickende Tod

In 24 Stunden wird er eine Bombe explodieren lassen. Die Suche nach dem Attentäter wird für die Polizei zu einer Nervenprobe, zumal ein gleichzeitig stattgefundener Mord eine Spur darstellen könnte, aber nicht muss … – Der sechste Roman der William-Parr-Serie lebt von jener Spannung, den eine brennende Lunte auslöst; parallel zur verstreichenden Handlungszeit zieht das Tempo an, bis die dem Leser vorgestellten Rätsel in einem überraschenden Finale aufgeklärt werden: handfeste, zeitlose Krimi-Kost.

Zu viele Köche

Ein Wettbewerb exzentrischer Meisterköche endet damit, dass einem verhassten Kollegen ein Messer in den Rücken gerammt wird. Zu seinem Leidwesen wird Meisterdetektiv Nero Wolfe, der eigentlich nur schlemmen wollte, in diesen Mordfall verwickelt … – In seinem fünften Fall geschieht das Unglaubliche: Wolfe verlässt seine Wohnung und New York! Allerdings bildet das Kanawha Spa, ein Luxus-Hotel, den Schauplatz eines typischen „Locked-Room“-Krimis, der spannend und witzig sowie in neuer, ungekürzter, ausgezeichneter Übersetzung erzählt wird.

Die Drei

Drei Überlebende dreier Flugzeugabstürze werden von den Medien, Endzeit-Kirchlern und anderen Eiferern als Wunderkinder, Vorboten der Apokalypse oder schlichte Dämonen stigmatisiert; die Hetzjagd auf die Drei stürzt die ganze Welt ins Chaos … – Autorin Lotz erzählt ihren Mystery-Thriller indirekt über Interviews, Chatprotokolle usw. Die Distanz hilft der Autorin, dem Leser die Entscheidung zu überlassen, ob die Hysterie um die Drei auf Einbildung basiert oder vielleicht doch Böses in ihnen steckt. Die spannende Geschichte mündet in einen unerwarteten und gelungenen Twist.