Haffmans

Yahi – Wald der Toten

In einem Urwald des US-Staates Washington wird die Leiche eines Wanderers gefunden. Tatwaffe scheint ein jahrtausendealter Speer zu sein. Wer könnte ihn mit übermenschlicher Kraft geschleudert haben? Als weitere Opfer auftauchen, bittet das FBI den Anthropologen Professor Oliver um Hilfe … – Der zweite Roman der Gideon-Oliver-Reihe stellt eine Mischung aus Krimi- und Science-Thriller dar, wobei die Wissenschaft auch im Dienst einer Botschaft steht, die sich aus der belasteten Kolonialgeschichte Nordamerikas speist: Mit manchmal zu deutlich erhobenem Zeigefinger erzählt der Autor eine oft eher interessante als spannende Geschichte.

Die gesammelten Geschichten und Des Teufels Wörterbuch

Ursprünglich in vier Bänden sammelte der Haffmans Verlag die Kurzgeschichten, ‚Fabeln‘ und Aphorismen des Schriftstellers Ambrose Bierce (1842-1913/14), der zu den (lange vergessenen) Meistern der US-amerikanischen Literatur gehört und in seinen Werken grausige Realität und gruselige Fiktion sowohl eigenwillig wie eindringlich darzustellen weiß: Diese Sammlung demonstriert Zorn und Talent eines auch gegen sich selbst unbarmherzig kritischen Menschen.

Eine Studie in Scharlachrot

Im London der frühen 1880er Jahre lernt der Arzt Dr. Watson den „beratenden Detektiv“ Sherlock Holmes kennen. Die beiden Männer werden Freunde, und so ist Watson an Holmes’ Seite, als dieser den Mord an einem reichen Amerikaner aufklärt und eine düstere Geschichte von Fanatismus, Betrug und Mord ans Tageslicht bringt – Erster, schon gelungener Auftritt des legendären Mr. Holmes, wobei die eigentlich spannende Story nicht mit der Figurenzeichnung mithalten kann.

Der Hund der Baskervilles

Für ein vor Jahrhunderten begangenes Unrecht wird das Geschlecht der Baskervilles von einem mörderischen Geisterhund gejagt. Nun soll der berühmte Detektiv Sherlock Holmes den Spuk bannen. Mit seinem treuen Gefährten Dr. Watson macht er sich auf in das Moor von Devonshire, wo des Nachts freilich nicht nur der Hund umgeht … – Berühmtester und mit Abstand bester der vier Holmes-Romane, gelungen in der Handlung, spannend, atmosphärisch unerhört dicht: jede Zeile mit Recht ein Klassiker des Kriminalromans.

Wer hat denn den gedreht?

Bevor sie starben und ihr einmaliges Insiderwissen mit ins Grab nahmen, befragte der junge Journalist und spätere Regisseur Peter Bogdanovich Filmschaffende, die in der „Goldenen Ära“ Hollywoods gearbeitet und Meisterwerke auf die Leinwand gebracht hatten. Viele Jahre später stellte Bogdanovich diese Interviews in einem grandiosen Sammelband vor, der eine große Zeit des klassischen Kinos kundig und ebenso informativ wie anekdotenreich aufleben lässt: ein Meisterwerk!

Louis Armstrong. Ein extravagantes Leben

Biografie eines kulturhistorisch prägenden Musikers, dessen Leben wichtige Kapitel der Zeitgeschichte abdeckt. Beides wird in diesem Buch gewürdigt, wobei das Schwergewicht auf die ersten Jahrzehnte gelegt wird, die der Biograf für ‚wichtiger‘ hält als Armstrongs späteres Leben. Die Faktenfülle ist oft eher erstickend als informativ, und die Darstellung wird beinahe romanhaft inszeniert, während die Sachlichkeit hinterherhinkt: Der Autor hätte sich zum Besseren seines ansonsten lesenswerten Werkes zurückhalten sollen.

Eskapaden

In einem englischen Landschloss findet im Sommer 1921 ein Sèance mit prominenten Gästen statt. Harry Houdini, der Meistermagier, wird von einem mordlüsternen Konkurrenten verfolgt, der ihn auch in England zu finden weiß. Aber auch die Bewohner des Schlosses hüten düstere Geheimnisse, die nicht alle Anwesenden überleben werden … Historischer Krimi mit Spannung, Tempo und viel trockenem Witz, ohne aufgesetzte Landhaus-Pseudo-Romantik, dazu fabelhaft übersetzt: ein trotz des englischen Nebels völlig ungetrübtes Lesevergnügen.

Father Browns Einfalt

Die erste Sammlung der berühmten Father Brown-Geschichten bilden eine Mischung aus moralischer Erbaulichkeit und klassischer Kriminalliteratur, sehr merkwürdig im Duktus aber durchaus lesbar, weil mit skurrilen Plots und ungewöhnlichen Wendungen nicht geizend; Chestertons Plädoyer für das letztlich Gute im Menschen bleibt in der Regel erträglich, zumal in den späteren Geschichten der kriminalistische Faktor wohltuend zunimmt.

Mordfall für Tallulah Bankhead

1952 jagt US-Senator McCarthy eifrig halluzinierte „Kommunisten“. Der exzentrische Theater- und Radiostar Tallulah Bankhead engagiert sich für die Verfolgten und gerät selbst ins Visier der Hexenjäger. Als ein Unbekannter beginnt diese umzubringen, mischt sich Tallulah an der Seite des Polizisten Jacob Singer in die Ermittlungen ein … – Routinierter Serienkrimi um detektivisch dilettierende Prominenz vor ernstem Hintergrund; vielleicht der beste Thriller der Singer-Reihe, weil Autor George Baxt das schwarzhumorig lockere Treiben immer wieder gekonnt mit dem McCarthy-Alptraum konterkariert.

Mordfall für Noël Coward

New York 1935: Der urbritische Autor und Schauspieler Noël Coward singt in einem nur von außen mondänen Nachtclub, der von drei Gaunern und Mädchenhändlern geführt wird. Als ein Mörder aktiv wird, fühlt Entertainer Coward sich berufen, den Fall für die wenig begeisterte Kriminalpolizei zu lösen … – Historienkrimi mit viel Lokalkolorit, der gekonnt Fiktives mit Realem mischt und angenehm unernst daher- und ohne plakative Gewalt auskommt.