Humanitas

Spiel mit dem Feuer

In einem abgelegenen Dorf versuchen zwei Männer verzweifelt, die zum Lynchmord an einem mordverdächtigen aber womöglich unschuldigen Fremden entschlossenen Bürger von ihrem Tun abzubringen, indem sie den wahren Täter entlarven … – Unter dem Eindruck der McCarthy-Hexenjagden der 1950er Jahre entstanden, ist dieser Roman teils allegorisches Lehrstück, teils klassischer Krimi: spannend, betont emotional und oft bedrückend realistisch.

Der verschwundene Revolver

Der alternde Star einer Western-Show wird vor 20.000 Fans niedergeschossen. Unter den Zuschauern: Ellery Queen, Kriminalschriftsteller und Amateurdetektiv. Es gibt kein Motiv und keine Mordwaffe, aber viele Verdächtige und bald die nächste Leiche … – Skurriler Großstadt-Krimi im Western-Milieu, besetzt mit den üblichen scheinbar Unschuldigen, auf die man als Leser besonders scharf achten sollte; die Lösung ist trotzdem kaum zu erraten und reichlich bizarr.

Detektive in der Abtei

Der geschickt eingefädelte Tod einer bösartigen Denunziantin wird zum Auslöser einer Mordserie, die das in sich ruhende Establishment einer Kleinstadt zum Einsturz bringt … – Präzise seziert die Autorin die Mechanismen einer ‚geschlossenen‘ Gesellschaft, die für den Erhalt ihrer Privilegien und eine kollektiv weiße Weste alles tun würde: gelungener Kriminalroman, der durch eine veraltete Übersetzung unnötig leidet.

Die verräterische Flasche

Der Alltag des Privatdetektivs Ellery Queen wird in Kurzgeschichten nachgezeichnet. Beileibe nicht immer steht Mord im Mittelpunkt; stattdessen gilt es, ausgeklügelte Schurkentaten aufzuklären … – Basierend auf einer Radio-Serie der 1940er Jahre, legt der Verfasser eine Sammlung gelungener Storys vor, die in ihrer deutschen Fassung höchstens unter einer kruden Übersetzung und dem Verlust von sechs Original-Storys leiden: lesenswert – falls man diesen Band irgendwo auftreiben kann …

Notausstieg

Als bei einem Flugzeugabsturz der hoch versicherte Pilot stirbt, soll John Piper im Auftrag der Versicherung feststellen, ob bei diesem ‚Unfall‘ alles mit rechten Dingen zuging. Die Ermittlungen enthüllen einen Betrugsversuch, der allerdings gänzlich anders ablief, als Piper zunächst annimmt … – Wenig spektakulärer aber sauber geplotteter Thriller, dessen Flughafen-Hintergrund einen (dringend erforderlichen) Zusatzreiz auf den Leser ausübt: Krimi aus einem erzarmen Seitenarm der Genre-Minen.

Der Tod auf dem Bankett

In einem von der Außenwelt isolierten Bankett-Saal wird ein Mann umgebracht. Sein Mörder muss ein Angehöriger der Festgesellschaft sein, die im Wettlauf mit der Polizei selbst Ermittlungen anstellt und dadurch weitere Mordattacken provoziert … – Klassischer Krimi mit komplexen Plot, der unter Wahrung der Fairness und dem Leser die Chance zum Miträtseln bietend die Tat durch sämtliche möglichen Verdachtsmomente dekliniert: So kann und so soll ein „Whodunit“ geschrieben sein!