Luzifer Verlag

Wie Schatten über totem Land

Die Befreiung zweier Schwestern aus der Gewalt eines sadistischen Irren endet 1902 als blutige Orgie grotesker Gewalt, wobei sich die Unterschiede zwischen Verbrechern und Rettern zunehmend verwischen … – Quasi existenzieller Western, der die archaische Landschaft als Bühne eines Geschehens nutzt, das die Allgegenwart des Bösen im Menschen nicht nur darstellt, sondern förmlich zelebriert und dabei (pseudo-) literarisch aufpimpt; der Verfasser ist bemerkenswert einfallsreich, wenn es darum geht, Gewalt in Worte zu fassen: als Historien-Horror unterhaltsam.

Skull Moon

In einem Wild-West-Nest kommen 1878 zwielichtige Bürger bizarr zu Tode. Ein US-Marshall untersucht den Fall und muss feststellen, dass eine uralte, böse Kreatur geweckt wurde, um ein bitteres Unrecht zu rächen … – Bis es zum großen, besonders gewalttätigen Finale kommt, bleibt dem Verfasser genug Raum, um detailreich die Zergliederung diverser Pechvögel zu schildern. Interessant ist die gänzlich pathosfreie Darstellung eines wahrlich wilden = nur oberflächlich ‚zivilisierten‘ Westens: ein interessanter Zwitter aus Western- und Horrorroman.

Finstere Nacht

Eine kollektive Gedächtnislücke löst sich zum Entsetzen der Betroffenen allmählich auf und enthüllt die Heimsuchung durch Geistwesen, die ihre Opfer als Botschafter des Schreckens missbrauchen, um über sie die Menschheit unter ihre Knute zu zwingen … – Die Invasion aus einer fremden Dimension wird von Greg Gifune wortreich heraufbeschworen; wie bei Stephen King trifft das Grauen ‚normale‘ und von der Situation überforderte Menschen. Allerdings tritt die Story oft auf der Stelle oder schlägt stimmungsfeindlich ins Pseudodramatische um: an sich spannend und gruselig aber eher umständlich als anspruchsvoll.