Rowohlt

Der Freund, der keiner war

Das Attentat auf das World Trade Center weckt bei einem alten Bankier die Erinnerung an einen vor vielen Jahren auf einem anderen Kontinent begangenen Mord. Er reist zurück in die alte Heimat, um sich mit seiner Tat auseinanderzusetzen … – Kein Roman, sondern eine auf Buchformat geblähte Novelle, die auf den Leuchtturm-Ruf ihres Verfassers als literarischer Mahner und Denker setzt, aber nur eine weitere, recht zäh lesbare Reflexion über das Kapitalthema Schuld & Sühne darstellt.

Das Rätsel der dritten Meile

Das Verschwinden eines würdigen Oxford-Professors und der Versuch einer uralten Rache lösen eine Kettenreaktion bizarrer Morde aus, deren Auflösung der Genialität eines geisteswissenschaftlich gebildeten aber sehr exzentrischen Polizeibeamten bedarf … – Spannend, witzig (oder besser: sarkastisch) und überaus anspruchsvoll: Der sechste Fall für Chief Inspector Morse gehört zu seinen besten. Mit lässiger Meisterschaft verwirrt der Verfasser seine Leser, denen bis zum grotesken aber absolut logischen Finale auf angenehmste Weise Hören & Sehen vergeht: ein „Whodunit“-Krimi der Oberklasse!

Eine Messe für all die Toten

In einer englischen Kleinstadt nahe Oxford sind diverse Bürger mit ihren Leben unzufrieden. Ihre Wege kreuzen sich regelmäßig in der Kirche, wo plötzlich der Tod durch Gift, Messer oder Würgehalsband beunruhigend oft zu Gast ist: Dies ist ein idealer Fall für den urlaubsgelangweilten Chief Inspector Morse, der jedoch zum Wettlauf mit dem Tod ausartet … – Der vierte Band der wunderbaren (und endlich neu aufgelegten) Serie um Morse und den geplagten Sergeant Lewis bietet nicht nur einen komplexen Plot, sondern auch einen für den Rätselkrimi erstaunlich modernen Blick auf das im Genre gern aber falsch gepflegte und allzu harmlos dargestellte Kleinstadt- und Alltagsböse.

Das Glück an Regentagen

Nachdem Mae ein schlimmes Erlebnis mit ihrem Verlobten verkraften muss und dieser nach einem Betrug an der Firma mit dem Geld untertaucht, kehrt Mae in ihre Heimat an den St. Lorenz Strom zurück. Hier ist sie nach dem Tod ihrer Eltern bei den Großeltern Lilliy und George aufgewachsen.
Doch auch hier scheint alles anders zu sein. Ihre Großmutter wirkt leicht dement, ihr Großvater ist nicht zuhause. Auch ihre Beziehung scheint gelitten zu haben …

Das Unheil in Person

Als in einer englischen Kleinstadt ein Skelett entdeckt wird, rührt die Polizei eine sorgfältig vertuschte aber nie überwundene Tragödie auf, die nun ihre gnadenlose Fortsetzung findet … – Der dritte Fall für Chief Inspector Quantrill bietet makelloses englisches Krimi-Handwerk. Die meisterlich dargestellte Dorf-Idylle, die gleichzeitig Gefängnis ist, ist die Ideal-Kulisse für eine ebenso schauerliche wie traurige Geschichte, die von der Verfasserin nichtsdestotrotz humorvoll präsentiert und gebührend überraschend aufgelöst wird: ein zeitloses Lektüre-Vergnügen.

Seminar für Mord

Der „Golden-Guillotine-Club“ hat Inspektor Maybridge als Krimi-Experten eingeladen. Als Höhepunkt des Wochenendes wird der Vorsitzende umgebracht und der Gast vom Mörder als Ermittler herausgefordert … – Der zweite Maybridge-Krimi bietet zeitloses britisches Krimi-Handwerk vom Feinsten. Obwohl 1985 entstanden, ist dies ein „Whodunit“ reinsten Wassers, der überraschend modern, spannend und witzig den Vergleich mit den Klassikern dieses Genres keineswegs scheuen muss.

Preiselbeertage

Ariane hat ihre Heimat Schweden schon kurz nach dem Ende der Schulzeit verlassen. Sie lebt nun in Leipzig, ganz in der Nähe der Großeltern. Als sie vom Tod ihres Vaters erfährt, reist sie selbstverständlich nach Schweden. Da ihr Leben ohnehin an einem Wendepunkt steht, denn mit dem Job läuft es nicht so rund und auch die Beziehung scheint am Ende, entschließt sich Ariane für einige Zeit in Schweden zu bleiben. Dort nähert sie sich mit der Zeit ihrer Schwester Jolante an, obwohl die zwei jungen Frauen bislang wenig gemeinsam hatten.

Operation Zagreb

Als er für Nazi-Minister Goebbels eine schöne Schauspielerin „heim ins Reich“ locken soll, gerät Ex-Polizist Gunther in die Balkan-Wirren des Zweiten Weltkriegs und in die nur scheinbar neutrale Schweiz, was ihn jeweils in Gewissensnot und Lebensgefahr bringt … – Nach serientypisch gewordenem Muster verschlägt es Bernie Gunther in seinem 10. Abenteuer ‚zufällig‘ stets dorthin, wo gerade Geschichte geschrieben wird; weltschmerzschwere Sprüche suggerieren Tiefgründigkeit, doch bleibt die Historie weitgehend Kulisse für ein immerhin spannendes Krimi-Abenteuer.

Das Moor von Baskerville

Unterstützt von Mary, seiner jungen Gattin, kehrt Meisterdetektiv i. R. Sherlock Holmes ins Dartmoor zurück, wo erneut ein Geisterhund sein Unwesen treibt … – Stimmungsvolle aber arg in die Länge gezogene und als Kriminalroman schlecht funktionierende Neuauflage der um Klassen besseren Originalgeschichte, der die Verfremdung der männlichen Hauptfigur erst recht nicht bekommt.

Abfahrt Pelham 1 Uhr 23

Skrupellose Gewaltverbrecher entführen eine U-Bahn (!) und fordern ein hohes Lösegeld. Während man sich außen um eine möglichst opferarme Lösung bemüht, steigt innen die Panik, zumal auch die Gangster Nerven zeigen … – Überaus spannender, auf das Verbrechen konzentrierter Thriller, der ohne Abschweifungen, temporeich und konsequent einen tatsächlich dramatischen Höhepunkt erreicht: kein Wunder, dass dieser Roman mehrfach verfilmt wurde!