S. Fischer

Stalin. Am Hof des roten Zaren

Der Verfasser versucht sich an einem Psychogramm des Diktators Josef Stalin. Er nutzt Episoden, Anekdoten und Klatschgeschichten, die nach der Öffnung der russischen Archive oft erstmals gesichtet und ausgewertet werden konnten. Ergänzt durch Interviews mit Überlebenden der Stalinzeit entstand ein monumentales und faktenakkurates, dabei über die gesamte Länge lesenswertes Werk, das sich aufgrund seiner bewussten Auslassungen weniger an den Zeithistoriker wendet, sondern über die Facetten des Menschen Stalin informiert, um aus dieser Richtung Zugang zum historischen Phänomen „Stalinismus“ zu finden.

Isaacs Sturm

Ein Hurrican zerstört im Sommer des Jahres 1900 nicht nur die US-Stadt Galveston, sondern versetzt auch dem Glauben, dank der modernen Naturwissenschaften die Welt im Griff zu haben, einen empfindlichen Dämpfer … – Obwohl formal als Tatsachenroman gehalten, gibt Autor Larson den Weg zur Katastrophe und ihre Nachgeschichte sachlich korrekt und mitreißend zugleich ab: „True-History“-Lektüre der Oberklasse.

Die Amerikanische Nacht

Ein Journalist spürt den Geheimnissen eines charismatischen Filmemachers hinterher und gerät dabei in ein Gespinst aus Täuschung, Manipulation und Irrtum, das die Grenzen zwischen Fiktion und (inszenierter) Realität aufweicht … – Hinter der Wortgewalt einer von der Literaturkritik gefeierten Schriftstellerin verbirgt sich ein bekannter Plot, der freilich sehr unterhaltsam (und gemächlich) einem Finale entgegen strebt, das dem Rätsel wie so oft nicht gewachsen ist: gutes Mystery-Lesefutter.