Suhrkamp

Das leere Haus

Mit einer Novelle, zwei längeren Erzählungen und einer Kurzgeschichten zeigt sich Algernon Blackwood (1869-1951) als Großmeister einer Phantastik, die über simplen Horror weit hinausgreift und sich ein Weltbild zeichnet, in dem eine belebte, manchmal ‚nur‘ fremde, manchmal bösartige Natur eine von den Menschen fast vergessene aber weiterhin zentrale Stellung einnimmt: spannend, eindrucksvoll und im positiven Sinn gruselig!

Der Fall Moriarty

US-Gangster Devereux versucht, das Londoner Verbrecherimperium des verstorbenen Professors Moriarty zu übernehmen. Inspektor Jones von Scotland Yard und Pinkerton-Detektiv Chase wollen ihm das Handwerk legen … – Dabei geraten sie in diesem Sherlock-Holmes-Roman ohne Sherlock Holmes mehrfach unter spannenden Umständen in Lebensgefahr, wie überhaupt Autor Horowitz einmal mehr Nostalgie und Moderne effektvoll unter einem gemeinsamen Krimi-Dach vereint: lesenswert!

Die leuchtende Pyramide und andere Geschichten des Schreckens

Kurzkritik für Ungeduldige: In den schattigen Winkeln der Realität überleben uralten Kreaturen, die denen auflauern, die sich neugierig aber unvorsichtig in ihre Refugien wagen. Die Folgen sind manchmal schrecklicher als der Tod, wie Arthur Machen in vier Erzählungen und einem Kurzroman meisterhaft und noch heute erschreckend zu erläutern weiß: komplexer und nicht immer einfach zu lesender aber fabelhafter Horror von einem der Großmeister der Phantastik.

Ein feiner dunkler Riss

Der 13-jährige Stanley entdeckt, dass eine prominente Familie mindestens eine Leiche im Keller haben könnte; sein neugieriges Detektivspiel droht bisher tief verborgene Geheimnisse seines Heimatortes aufzudecken, was deren nervöse Hüter mörderisch aufschreckt … – Gelungene Kombination aus Krimi und „Coming-of-Age“-Story, die zudem großartig in das historische Umfeld eingebettet ist: spannend, eindrucksvoll und mit einem Finale, dessen Twists tatsächlich funktionieren!

Father Browns Einfalt

Die erste Sammlung der berühmten Father Brown-Geschichten bilden eine Mischung aus moralischer Erbaulichkeit und klassischer Kriminalliteratur, sehr merkwürdig im Duktus aber durchaus lesbar, weil mit skurrilen Plots und ungewöhnlichen Wendungen nicht geizend; Chestertons Plädoyer für das letztlich Gute im Menschen bleibt in der Regel erträglich, zumal in den späteren Geschichten der kriminalistische Faktor wohltuend zunimmt.

Das Geheimnis des weißen Bandes

Im Winter des Jahres 1890 legt sich Sherlock Holmes mit einer Verschwörer-Gruppe an, die sogar die britische Regierung infiltriert hat, weshalb sich der geniale Ermittler plötzlich als Mörder hinter Gitter wiederfindet … – Dieser Historienkrimi ahmt die Doyle-Vorgaben nicht einfach nach, sondern erweitert und modernisiert das klassische Holmes-Universum behutsam und schlüssig um einige Aspekte, die ihm sehr gut bekommen: eines der besseren Holmes-Pastiches.

Wenn der Krake erwacht

Außerirdische Invasoren errichten lange unbemerkt Stützpunkte in der irdischen Tiefsee, wo sie ihre Kräfte sammeln, um eines Tages die Menschen auf dem nicht mehr sicheren weil trockenen Land anzugreifen … – Klassische Science Fiction als Allegorie bzw. Reaktion auf den II. Weltkrieg: eine Warnung vor Kriegstreibern, die man zu lange gewähren lässt; altmodisch aber spannend lesbar geblieben, weil in einem quasi dokumentarischen Stil geschrieben.

Im Haus des Grafen Dracula

In neun Erzählungen und einem Kurzroman beweist Bram Stoker, dass er mehr ist als der Schöpfer des Vampir-Fürsten Dracula; die Storys sind in der Mehrzahl überaus spannend und profitieren zusätzlich von Stokers bemerkenswerten Talent für Landschaftsbeschreibungen und Stimmungen: für Grusel-Fans – aber nicht nur für diese – eine Muss-Sammlung.

Azathoth

Wenn er die Geschichten anderer Autoren überarbeitete, prägte H. P. Lovecraft ihnen seinen Stempel auf und erweiterte seinen fremden, erschreckenden, faszinierenden Privat-Kosmos. Außerdem in dieser Sammlung enthalten: frühe Lovecraft-Storys, (postum vollendete) Fragmente und theoretische Schriften, die interessante Einblicke in sein Denken und seine Arbeit ermöglichen: Muss-Lektüre für Phantastik-Freunde.

Geisterpiraten

In einem Kurzroman und zwei Erzählungen beschwört der Verfasser – selbst Seefahrer – Mysterien und Rätsel herauf, die weniger auf Spuk als auf naturwissenschaftlich noch nicht erfassten Phänomenen beruhen. Die Stimmung erzeugt einen Sog, der dem Leser das spannende Geschehen noch näherbringt: Dies ist (handfeste) Phantastik auf allerhöchstem Niveau!