Ullstein

Tod vom 5. Planeten

Eine Weltraum-Expedition bringt keine neuen Erkenntnisse, sondern eine unbekannte Seuche zurück zur Erde. Während Mediziner fieberhaft, aber lange vergeblich nach einem Heilmittel suchen, beginnen sich nicht nur Tod und Angst, sondern auch Panik und Aufruhr in der Bevölkerung zu verbreiten … – Der Katastrophen-Thriller mischt sich mit der Science Fiction; quasi dokumentarisch schildert Autor Harrison eine globale Katastrophe, die durch eine kleine Gruppe tapferer Fachleute (und Soldaten) in letzter Sekunde abgewendet werden kann.

Unten am Fluss – Watership Down

Die Suche nach einer neuen Heimat wird am Beispiel einer Gruppe wilder Kaninchen geschildert. Die Perspektivenabsenkung auf Löffelohrhöhe raubt der detailreichen Geschichte keineswegs den epischen Atem, zumal die Figurenzeichnung ungemein fein ist und dem Verfasser jenseits jeglicher Lächerlichkeit die Schöpfung einer eigenständigen Kaninchen-Kultur gelingt: ein Höhepunkt der Tier-Fantasy!

Der rote Stier

Eigentlich möchte Nero Wolfe nur seine preiswürdigen Orchideen ausstellen, doch er wird in die Fehde zweier mächtiger Familien gezogen und muss einen Mord klären, den offensichtlich ein wütender Stier begangen hat … – Auch Fall Nr. 6 muss Nero Wolfe jenseits seines bequemen Heims in New York lösen. Das Ergebnis ist ein für die Serie ungewöhnlich turbulentes Garn, das von lebhaft umgesetztem Lokalkolorit, einem bizarren Plot und kraftvollen Figuren geprägt wird: Die erstmals ungekürzte und neu übersetzte Neuausgabe bereitet daher erst recht Vergnügen!

Die Känguru-Apokryphen

Der Satire-Band “Die Känguru-Apokryphen” enthält insgesamt dreiunddreißig verschiedene Episoden aus dem Leben des kommunistischen Kängurus. Zu Beginn wird der Begriff Apokryphen ausführlich erläutert, sodass keiner überrascht sein dürfte, was schlussendlich im Band zu erwarten ist. Ich habe mich erneut herrlich amüsiert – zwischen kommunistisch-kämpferischen Nonsensdialogen konnte man auch wunderbar im Bashing der aktuellen und vergangenen Politikgrößen schwelgen. Jeder der Geschichten war durch und durch lebendig und gut vorstellbar, wenn man sich im linken Spektrum der Gesellschaft bewegen möchte.

Die Unheilbaren

Ein Blitzkrieg verheert den Osten der USA. Der halbe Kontinent ist verwüstet, die Bevölkerung verseucht. Da kein Gegenmittel bekannt ist, werden die wenigen Überlebenden mit Waffengewalt ferngehalten. Im Osten herrschen Hunger und Tod. Ein Ex-Soldat versucht die Grenze zu durchbrechen … – Diese scheinbar typische „Doomsday“-Science-Fiction aus der Ära des Kalten Krieges überrascht durch eine differenzierte Weltsicht. Der Angreifer wird nie enthüllt; Autor Tucker konzentriert sich auf den Überlebenskampf der Opfer, die von ihren eigenen Mitbürgern ausgegrenzt werden, bis sie hoffentlich bald gestorben sind: keine Lektüre für Trump-eltiere.

Rotkehlchen

Ein alter Mann will sich für längst vergessenes Unrecht rächen und den norwegischen Kronprinz ermorden. Ihm kommt ein psychisch derangierter Polizeibeamter auf die Spur, die tief in die Vergangenheit und die aktuelle Neonazi-Szene des Landes führt … Eindrucksvoller Krimi mit dem skandinavisch üblichen sozialkritischen Touch, aber ohne Wallander-Tristesse, sondern spannend und mit trockenem Witz erzählt.

Die Galgenfrist

Im Jahre 1817 beauftragt der englische Innenminister einen ehemaligen Offizier, ein wegen Mordes verhängtes Todesurteil zu überprüfen. Zum Unwillen der Justiz entdeckt dieser, dass die Beweise gefälscht wurden und der angebliche Täter unschuldig ist … – Gelungener Historienkrimi, der sich geschickt der zeitgenössischen Rechtsprechung bedient. Das alte London und seine pittoresken Bewohner nehmen vor dem Leser Gestalt an, ohne um der Unterhaltung willen in historische Zerrbilder verwandelt zu werden: ein durchweg empfehlenswertes Lektürevergnügen.

The Hunter

Berufsverbrecher Parker wurde von einem Ganovenkollegen sowie seiner eigenen Gattin gelinkt. Die verlorene Beute interessiert ihn nicht; Parker will Rache, wobei ihn keineswegs stört, dass sein Gegner inzwischen den Schutz des organisierten Verbrechens genießt: Parker ist unerbittlich, und wehe denen, die sich ihm in den Weg stellen … – Schon der erste von 24 „Parker“-Bänden gibt den Tenor vor: Lakonisch und moralfrei erzählt Autor Stark vom ‚Alltag‘ eines Gewaltverbrechers, der durch weniger fähige oder wortbrüchige ‚Kollegen‘ gefasst oder gar umgebracht zu werden droht, aber in der Krise einen kühlen Kopf und darin eiskalte Rachegedanken behält: zeitlos spannend!

Acht schwarze Pferde

Zum vierten Mal fordert ein genialer Verbrecher das 87. Polizeirevier zu einem ‚Ratespiel‘ heraus, an dessen Ende ein ganz großes Ding steht. Der Wettlauf beginnt, und am Laufbahnrand bleiben Leichen zurück … – Der 38. Roman der Serie um das 87. Revier bringt den mysteriösen, psychopathischen, unterhaltsamen „Tauben“ zurück. Dabei wird deutlich, dass zum ‚Spiel‘ auch Mord gehört, was der Story einen ernsten Unterton verleiht; auch aufgrund der (inzwischen reizvoll veralteten) Detailschilderung der Polizeiarbeit ist dies ein lesenswerter Krimi.

Totes Ohr am Telefon

Auch die Kriminellen der Großstadt Isola erleben Frühlingsgefühle, weshalb die Polizisten des 87. Reviers gut beschäftigt sind. Ausgerechnet jetzt meldet sich „der Taube“, ein ebenso genialer wie psychopathischer Verbrecher, der einen neuen Coup ankündigt, um die Polizei herauszufordern … – Der 27. Roman der Serie um das 87. Revier gewinnt durch den dritten Auftritt des charismatischen „Tauben“ an Schwung, bietet aber auch sonst alltägliche und bizarre Übeltaten, die vom eingespielten Team des besagten Reviers unterhaltsam gelöst werden: wie üblich ein Lektüre-Vergnügen.